Véritable 15 – Interview mit Edward Kourian vom Weingut Rossidi aus Bulgarien


Germana: Wer steht hinter dem Weingut Rossidi?
Edward Kourian: Rossidi ist ein bulgarisches Familienweingut, welches 2008 von mir und meiner Frau Rosie in Nikolaevo am Fuße der südöstlichen Ausläufer des Balkangebirges gegründet wurde. Der Name leitet sich aus unseren Vornamen “Ross” von Rosie und “idi” von Edward ab. Neben mir und meiner Frau ist außerdem der Winzer Peter Georgiev für unsere Weine mitverantwortlich.

Germana: Welche Philosophie verfolgt das Weingut Rossidi?
Edward Kourian: Unser Ziel ist es Weine zu machen, die das Terroir und die besonderen Merkmale der einzelnen Rebsorten widerspiegeln. Unser Fokus liegt auf internationalen Rebsorten, die rebsortenspezifisch individuell ausgebaut werden. Diese Typizität spiegelt sich auch in unseren Etiketten wider, die von mir individuell basierend auf dem jeweiligen Charakter des Weines gestaltetet werden. Um den Rebsortencharakter herauszuarbeiten verwenden wir sehr wenig neues Holz, sondern eher gebrauchte Fässer aus französisch oder bulgarischer Eiche.

Germana: Welche Rebsorten bauen Sie an und wie sieht Ihr Absatzmarkt aus?
Edward Kourian: Wir bauen auf 4-5ha momentan 60% rote und 40% weiße Reben an. Neben den internationalen Rebsorten Chardonnay, Gewürztraminer, Merlot, Pinot Noir, Cabernet Sauvignon und Syrah bauen wir auch die authochtone bulgarische Rebsorte Rubin an. Rubin ist eine Kreuzung aus Nebbiolo und Syrah, die in den 1950er Jahren entstanden ist und als typische Aromen sind Kirsche, Brombeer, Mandel und Feige besitzt. Mit 70% ist unsere Exportquote der 25-30.000 Flaschen pro Jahr relativ hoch. Momentan verkaufen wir viel an hochklassige Restaurants und Weinhändler in UK, Belgien oder den Niederlanden. In Deutschland gibt es aktuell noch keinen Importeur.

Germana: Ihr Chardonnay ist aufgrund des Ausbaus in einem Beton-Ei sehr speziell. Wie kamen Sie dazu diesen Ausbauform zu wählen?
Edward Kourian: Wir haben nach einer besonderen Ausbaumethode gesucht, die die Rebsortentypizität erhält und keine Holzaromen hinzufügt, aber dem Wein eine besondere Note gibt, dabei sind wir auch das Beton-Eier gestoßen. Im Beton kann der Wein durch die Mikrooxidation atmen und wird natürlich geklärt, da sich die Weinmoleküle an der Betoninnenwand sammeln.

Germana: Welcher Ihrer Weine ist Ihr ganz besonderer Liebling?
Edward Kourian: Mein momentaner Lieblingswein ist der Pinot Noir, der unfiltriert abgefüllt wurde und mit seinen schwarzen, dunklen Früchten, seiner Erdigkeit sowie seiner charaktaristischen Struktur sein Terroir widerspiegelt.

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Das Interview fand am 06.07.2015 auf der Véritable in Sankt Martin statt

Weitere Informationen: http://rossidi.com