FIO meets Markus Schneider

IMG_2801Auf der Véritable am 4. Juli hatte ich die Möglichkeit ein exklusives Doppelinterview mit den Gründern des Weinguts FIO (Dirk van der Niepoort, Daniel van der Niepoort und Philipp Kettern) und Markus Schneider zu führen.

Hintergrund Markus Schneider: Die Erfolgsstory des Winzers aus Ellerstadt in der Pfalz sollte jedem halbwegs weininteressierten Menschen bekannt sein oder ist zur Genüge im Internet verfügbar.

Hintergrund FIO: Wie in meinem Artikel beschreiben, wurde das Weingut in Piesport an der Mosel Anfang Juni 2016 gegründet. Als Korrektur zu diesem Artikel ist zu vermerken, dass Dirk Niepoort das Familienunternehmen Niepoort Vinhos nicht verlassen wird (siehe Falstaff) und daher FIO eher als Joint Venture mit dem Weingut Lothar Kettern zu sehen ist. FIO meets Markus Schneider weiterlesen

Véritable 16 – „Ganz großes Kino“

IMG_2793„Ganz großes Kino“ wie es Uwe Warnecke, der Initiator und  Organisator der Véritable, gerne ausdrückt war am 4. Juli im beschaulichen Winzerdorf in der Pfalz zu sehen. Gemeinsam mit Gastgeber Philipp Kiefer veranstaltete er zum sechsten Mal die Weinfachmesse Deutschlands.

Einmal im Jahr pilgert die Weinszene nach Sankt Martin, um das Sortiment der internationalen Spitzenwinzer zu verkosten und sich zu den neusten Trends und Newcomern auszutauschen. Véritable 16 – „Ganz großes Kino“ weiterlesen

Der Faden wird ab jetzt an der Mosel gesponnen

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Anfang Juni wurde offiziell kommuniziert was sich für Szenenkenner bereits abgezeichnet hat. Dirk van der Niepoort verlässt Niepoort Vinhos S.A. und gründet zusammen mit seinem Sohn Daniel und dem Moselwinzer Philipp Kettern das Weingut „Fio“. Falstaff nennt weitere Hintergründe zum Ausscheiden von Dirk van der Niepoort aus dem Famlienweingut.

Niepoort hat  in den letzten Jahren mit seinen Weinen sowie Gemeinschaftsprojekten wie „Niepoort & Kettern“ den deutschen Markt erobert. Jetzt steht für ihn fest, dass seine Zukunft an der Mosel liegt. Hier will er seinen „Fio“ (Portugiesisch für Faden) auf den Schieferbösen rund um Piesport weiterspinnen und ein neues Weingut aufbauen.

Grundlage sind aktuell die Rebflächen des Weinguts Kettern, aber es sollen zeitnah eigene Weinberge erworben oder gepachtet werden auf denen der Moselstil wiederbelebt werden soll. Die Philosophie von Fio beinhaltet ein langes Hefelager von mindestens 2 Jahren, geringen Schwefeleinsatz, Spontangärung und der Nutzung der alten Holzfasstradition.

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Die ersten 4 Weine des Projektes werden exklusiv am 4. Juli auf der Veritable in St. Martin vorgestellt:
2014 Rätzelhaft
2014 Falkenberg
2012 Fio
2014 cabi sehr nett

Ich bin gespannt auf die portugiesische Interpretation des Moselstils und die Entwicklung des Weinguts in den nächsten Jahren.

Weitere Informationen bald unter: http://www.fio.wine

Der Countdown läuft…Veritable 2016 am 4. Juli in St. Martin

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Momentan tritt in Frankreich die Elite des europäischen Fußballs zur EM 2016  an, in 21 Tagen ist dann die Elite der Weinwelt an der Reihe: Auf Deutschlands einzigartiger Weinmesse Veritable treffen sich am 4. Juli zum sechsten Mal über 80 ausgewählte Spitzenwinzer aus 34 Anbaugebieten, um mit ihren Weinen die Fachwelt zu begeistern.

Dieses Exklusivevent in der Südpfalz zwischen den Viertel- und Halbfinalspielen der EM ist wie jedes Jahr nur Experten aus Gastronomie, Hotellerie, Handel und Presse vorbehalten. Dabei werden nicht nur tagsüber Spitzenweine verkostet, sondern abends im netten Beisammensein zu „offenen Flaschen“ und Leckerbissen von OTTO Gourmet fleißig gefachsimpelt.

Das Event bietet neben Weingütern, die schon lange an der Spitze der Weinwelt stehen auch exklusive Neuentdeckungen sowie dieses Jahr eine ganz besondere Weltpremiere. Das neues Weingut von Dirk van der Niepoort, Daniel van der Niepoort und Philipp Kettern „Fio“ stellt zum ersten Mal ihren ersten vier Weine der Fachwelt vor.

Wer seine Tour durch den Aloisiushof bereits vorab planen möchte, findet hier bereits vorab die „Startaufstellung“.

Lageplan

Weitere Informationen unter: http://veritable.de

 

Bioweingut Hamm, Oestrich-Winkel

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Zum Bioweingut Hamm aus Oestrich-Winkel im Rheingau gehört auch ein Gutsausschank „weil Wein und gutes Essen einfach zusammengehören“ wie es Aurelia Hamm, die Tochter des Winzers Karl-Heinz Hamm, ausdrückt.

Hamm_6 (1)Aurelia ist seit diesem Jahr im Weingut tätig, nachdem sie ihr Studium der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn abgeschlossen hat. Ihr Vater hat schon in seinem Studium die Ökologie in den Vordergrund gestellt und Kontakte zu Gleichgesinnten geknüpft. Daher überrascht es nicht, dass sowohl die Bio-Supermarktkette Alnatura als auch Tegut  jedes Jahr ins Weingut kommen, um einen speziellen Wein für ihre Supermärkte zusammenzustellen, der nur dort zu erwerben ist.

Auf den 7 ha, die seit über 25 Jahren ökologisch bewirtschaftet werden, stehen bis zu 55 Jahre alten Reben. Jeder der drei Lagen, in denen 90 % Riesling und 10 % Spätburgunder angebaut werden, hat ihren eigenen Charakter, der sich im Wein widerspiegelt.

  • Im Winkler Hasensprung mit seinen sandigen Lösboden wachsen typische rassige Rheingauer Rieslinge „Alte Reben“
  • Aus der Großlage Jesuitengarten, einem Schwemmlandboden, kommt der klassische zartwürzige elegante Rheingau Riesling
  • Der Winkler Dachsberg, ein Rotschiefer-Quarzit-Steilhang bringt einen mineralisch fruchtigen Erste Lage Riesling hervor.

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Auf der Weinbörse in Mainz hatte ich die Gelegenheit den neuen Jahrgang 2015 zu verkosten und mir hat ein Wein besonders gut gefallen, der aber erst ab Juni auf dem Weingut verfügbar sein wird: der Riesling aus dem Winkler Dachsberg.

Zwar setzte Karl-Heinz Hamm schon immer bei den Lagenweinen auf Spontanvergärung (zumindest zum Starten der Gärung), aber bei diesem Jahrgang war zum ersten Mal sein Sohn Julius, der sein erstes Lehrjahr im Betrieb verbringt, beteiligt. Julius wollte bei diesem Wein unbedingt mit den natürlichen Hefen aus dem Weinberg Winkler Dachsberg die vollständige Gärung durchführen und presste dazu vor dem eigentlichen Beginn der Weinlese einzelne Traube in einen Glasballon. Dieser mit Most gefüllte Glasballon wurde dann immer wieder tagsüber in den Weinberg und nachts in den warmen Keller gestellt, um die Hefen zu aktivieren. Nach der Lese gab man den Inhalt des Ballons zum Most, um die Spontangärung zu starten. Ein Teil wurde außerdem in einem Barriquefass vergoren und anschließend wieder verschnitten. Herausgekommen ist ein einzigartiger wilder Wein mit einer leichten Spontannote, roter Frucht und einer tollen Länge.

Weitere Infos: http://www.hamm-wine.de/weingut.htm

inBIANCO am 6. Februar 2016 in Neustadt/Weinstraße

IMG_1937 IMG_1942Am 6. Februar fand zum ersten Mal die Weinmesse inBIANCO unter dem Motto „Grosse Weine und Terroirs“ im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße statt. Natürlich waren insbesondere viele italienische, aber auch französische, österreichische und deutsche Winzer angereist, um ihre Weißweine dem Publikum zu präsentieren. Zuerst begab ich mich auf die Reise durch die 15 italienischen Weinregionen, die teilweise auch mit wenig bekannten Rebsorten, aber auch gereiften Exemplaren um ihr Terroir warben. Man merkte teilweise, dass auch den Winzern aus klassischen Rotweinregionen ihre Weißweine am Herzen liegen und teilweise als „Hobby“ neben dem Haupterwerb gekeltert werden. Aus Frankreich waren Winzer gekommen, die man überwiegend nicht in Deutschland kaufen kann, weil sie noch einen Importeur suchen. Den Abschluss bildeten dann die Weine aus Deutschland von bekannten Winzer aus Baden, Pfalz, Nahe oder dem Rheingau, bei denen ich mich sehr heimisch fühle. Hier nochmal ein großes Lob an die deutschen Winzer, die wirklich sehr viele gereifte Exemplare sowie viele außergewöhnliche Prädikatsweine zur Verkostung bereit gestellt haben.

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Italien
Das Weingut Grosjean Frères aus dem Aostatal glänzte mit seinen Petite Arvine Weinen, einer lokalen, sehr alten Spezialität, die kräftige, florale und würzige Weißweine hervorbringt und hier auf 700m Höhe angebaut wird. Außerdem liegen die Weine im Keller lange unter regelmäßiger “Batonnage” auf der Hefe.

Das Weingut Benito Favaro aus dem Piemont stellte zwei spannende Erbaluce Weine, einer autochthone DOC-Weißweinsorte, deren Name auf die lateinische Bezeichnung „Alba lux“ (Licht der Morgenröte) zurückgeht und in der Grenzregion zum Aostatal angebaut wird. Da die Trauben zum Rosigeren neigen, ist auch der Süßweine Passito aus getrockneten Trauben eine Spezialität. Die trockenen Weißweine sind eher leicht im Alkohol und haben apfelige würzige saftige Aromen.
Aus dem Piemont hat mir ebenfalls der DOCG Gavi „Pisa“ vom Weingut La Rain gefallen. Er kommt von einem 70 Jahre alten Weinberg, lag 12 Monate auf der Hefe sowie 12 Monate im Stahltank und wird nur in besonderen Jahren gekeltert. Dieser aus 100% Cortese di Gavi Trauben gekelterter Wein ist fruchtig mit Aromen von Honig und einer tollen Länge. Der Demeter-Landwirtschaftsbetrieb baut auf einer Fläche von 32 ha Wein an und achtet sehr auf den Einklang mit der Natur.
Das Weingut Negro Angelo e Figli aus dem Piemont begeisterte mit seinen Roero Arneis Weinen, die voll, mineralisch mit Aromen von Kräutern von einer tollen Länge auffielen. Von den 64 ha sind die eine Hälfte mit der alten autochthonen DOC Rebsorte Arneis und die andere Hälfte mit Rotweinreben wie Barbera der Nebbiolo bepflanzt.

Sehr spannend war es die Rebsorte Manzoni Bianco des Weinguts Vettori aus Conegliano Valdobbiadene in Venetien kennenzulernen. Die Kreuzung aus Riesling und Weißburgunder des Züchters Luigi Manzoni aus den 1930iger Jahren wird vor allem in Südtirol und Venetien angebaut und besitzt ein feinfruchtiges, blumiges Bouquet mit dezenten Honigaromen.

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Frankreich
Entdeckungen aus Frankreich waren das Weingut Bernard Fleuriet et fils aus dem Loiretal mit seinen Sancerre Blanc Weinen, die in unterschiedlichem Ausbau optimal die Aromen zur Geltung bringen. Beispielsweise bringt der Ausbau in einem 3000 Liter fassenden Betonei einen vollen, runden aromatischen Sauvignon Blanc Wein oder der Ausbau von alten Reben Weinen im Holzfass eher Aromen von Vanille und Karamell.

Aus dem Burgund wurden vom Weingut Domaine Olivier besondere Chandonnays aus der Appellation Santenay von der Côte de Beaune präsentiert. Gereifte Version des
„L´Air de Rien“ aus den Spitzenjahrgang 2008 als auch der 2013 begeisterten durch ihre Fruchtigkeit, Säure und Frische. Der im Holzfass ausgebaute „Les Coteaux Sous La Roche“ ist sehr konzentriert und begeistert durch süße Röstaromen. Auch für die Teilnehmer der Corton-Charlemagne Vertikale war dieses Weingut eine Entdeckung mit Top-Weinen zu günstigen Preisen.

Aus dem Burgund sowie aus dem Jura produziert das Weingut Rijckaert außergewöhnliche Weine mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Burgund kommen die Chardonnays aus Lugny oder Saint-Veran der Mâcon Appellation und im Jura kommen Chardonnays und Savagnins von der Côte de Jura und Arbois. Savagnin ist eine besondere Rebsorte die fast nur im Jura auf ca. 500ha angebaut wird. Sie goldgelben Weine sind sehr lagerfähig und haben Aromen von Nuss, Honig und Vanille.

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Deutschland
Aus Baden begeisterte mich das Weingut Stigler aus Ihrigen vom Kaiserstuhl mit seinen Burgundern. Sie verstehen es das besondere Klima zu nutzen und die GG Weine wunderbar im Holzfass auszubauen. Tolle Säure, Frucht und noch sehr frisch ist der 2010er Ihringen Winklerberg Weissburgunder GG.

Aus Pfalz wurden Klassiker wie der Riesling Forster Ungeheuer von 2003 dem Jahrgang 2013 vom Weingut Georg Mosbacher gegenübergestellt. Das Weingut Biffar hatte einen wunderbar gereiften Riesling Deidesheimer Kieselberg Auslese aus 1998 auf Lager. Der Preis-Leistungs-Tipp kam vom Weingut Acham-Magin: Der Riesling Trocken Eruption aus dem Forster Pechstein hat lagentypische Basalt-Aromen und Kraft zum Preis von 15 Euro ab Weingut.

Von der Nahe machte der Riesling Münsterer Dautenpflanzer GG vom Weingut Kruger-Rumpf durch eine Mineralität, Salzigkeit und Lage Spaß. Und auch die restsüßen Weine des Weinguts Emrich-Schönleber haben eine besondere Mineralität, die mit dem Restzucker wunderbar harmonieren.

Aus dem Rheingau kam der Knaller der Süßweine: Der Schloss Vollrads Riesling Beerenauslese 2010 besitzt eine Säure von 15g, die erstaunlicherweise gegen die 235g Restzucker halten kann, und dabei einen Alkoholgehalt von gerade einmal 6,5% besitzt. Durch diese Komponenten besitzt der Wein aus der Monopollage, die den gleichen Namen wie das Weingut trägt, Aromen von getrockneten Früchten und ein sehr cremiges Mundgefühl. Die Lagerfähigkeit dürfte einige Jahrzehnte betragen und so einen Wein sollte man sich mit guten Freunden zu einem Dessert oder eisgekühlt als Aperitif gönnen.

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Weitere Infos: http://www.inbianco.eu

TOUR VDP.GROSSE LAGE in Frankfurt

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Am 1. Februar 2016 war es soweit, die Große Lage Tour gab ihr Gastspiel im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt. Im historischen Ambiente stellten ausgewählte Winzer der Weinregionen Franken, Rheingau und Württemberg ihre Weine aus Filetstücken des Deutschen Weinbaus, den sogenannten Großen Lagen der VDP Klassifikation, vor.

Der VDP stellt an die Großen Lagen besondere Anforderungen bezüglich des Ertrags, der Lese, des Mistgewichts sowie der Vinifikation. In Großen Lagen dürfen nur regional definierte und zum jeweiligen Weinberg passende Rebsorten erzeugt werden. Auf der Präsentation würden daher ausschließlich Rieslinge, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Silvaner sowie Spätburgunder und Lemberger dem Fachpublikum präsentiert.

Am Nachmittag fand im Rahmen der Veranstaltung ein Seminar zum Thema „Right Bank“ – Top-Rieslinge „rechtsrheinisch“ vom Rheingau, Franken und Württemberg statt. Referenten aus den einzelnen Regionen stellten insbesondere den Einfluss der unterschiedlichen Terroirs auf den Riesling vor.

Besonders spannend waren für mich an diesem Tag die Großen Gewächse (Trockene Weine aus den Großen Lagen) der Rebsorten Silvaner und Lemberger, die man nicht oft in dieser Vielfalt und auf diesem hohen Niveau antrifft.

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Der Silvaner ist eine autochthone Weißweinsorte aus Österreich, die in Deutschland insbesondere in Franken ihre größte Verbreitung hat. Charakteristisch für hochwertige Silvaner von schweren Böden ist ein schwerer Körper, eine gewisse Cremigkeit und Aromen von vollreifen Aprikosen, Quitten oder Birnen. Außerdem prägen diese Weine eine gewisse Mineralität und feine Würzigkeit.

Besonders empfehlenswerte Silvaner der Verkostung waren:
– Asphodill – Homburger Kallmuth Silvaner Großes Gewächs vom Weingut Fürst Löwenstein
– Am Lumpen 1665 Silvaner Großes Gewächs vom Weingut Horst Sauer
– Stettener Stein Silvaner Großes Gewächs vom Weingut Am Stein
– Schlossberg Silvaner Großes Gewächs vom Weingut Castel

Die Rebsorte Lemberger ist ein Synonym der autochthonen österreichischen und ungarischen Rotweinsorte Blaufränkisch, die in Deutschland insbesondere in Württemberg angebaut wird. Hochwertige Lemberger sind kräftige, fruchtige, würzige und lagerfähige Rotweine mit Aromen von Kirschen und schwarzen Beeren oder auch Wacholder, Kakao, Leder und vegetativen Noten.

Besonders empfehlenswerte Lemberger der Verkostung waren:
– Mönchsberg Lemberger Großes Gewächs vom Weingut Karl Haidle
– Eilfingerberg Lemberger Großes Gewächs vom Weingut Herzog von Württemberg
– Lämmler Lemberger Großes Gewächs vom Weingut Rainer Schnaitmann

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Weitere Informationen: http://www.vdp.de

 

Weingut Pfirmann, Landau

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Gutsweine – Terroirweine – Lagenweine, diese Qualitätspyramide hat das Weingut Pfirmann perfekt ausgearbeitet. Das südpfälzische Weingut befindet sich an der Hauptstraße von Landau-Wollmesheim und wird seit 15 Jahren von Jürgen Pfirmann in fünfter Generation geführt. Jürgen bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater Otto die 14ha Weinberge ökologisch und nachhaltig (aber ohne offizielle Zertifizierung) und sorgt für den möglichst charakterstarken Ausbau in Keller. Sein Bruder Stefan ist für die Vermarktung der Weine verantwortlich.

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Besondere Beachtung sollte man bei einem Besuch dem stylischen „Weinraum“ schenken in dem man entweder im Erdgeschoss an einer Holzbank vor einer Wand aus Landschneckenkalkstein oder im ausgebauten Dachstuhl auf dunklen Ledersitzmöbeln sitzend die aktuelle Kollektion verkosten kann. Alles ist auf die Symbiose zwischen Naturmaterialien und Industriewerkstoffen abgestimmt. Man setzt bei den Weinen, die zu 80% aus weißen Rebsorten stammen, besondern auf die Burgunder, Riesling oder Sauvignon Blanc.

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Neben den Gutsweinen, von denen der Sauvignon Blanc besonders hervorzuheben ist und auch schon von der Falstaff Sauvignon Blanc Trophy prämiert wurde, sollte man sich auf eine vielfältige Reise zwischen den unterschiedlichen Böden und Ausbauarten der Weißen Burgunder und Rieslinge begeben. Hierzu stelle ich im Folgenden die drei Terroirs mit der dazugehörigen Einzellage vor.

Terroir Kalkmergel und Einzellage Wollmersheimer Mütterle
– Kalkmergel betont bei den Terroirweinen Weißer Burgunder wie auch beim Riesling die Fruchtaromen von Stein- und Kernobst und puffert die Säure ab.
– Beim Lagenriesling aus der insgesamt 19ha großen Einzellage Wollmersheimer Mütterle kommt durch den Ausbau im neuen Stückfass eine cremige Komponente hinzu. Für mich aufgrund der Komplexität der beste Riesling des Weinguts.

Terroir Buntsandstein und Einzellage Leinsweiler Sonnenberg
– Buntsandsrein bringt besonders die würzigen Noten des Terroir-Riesling hervor.
– Der Lagen-Riesling aus dem Leinsweiler Sonnenberg, bei dem sich roter Buntsandstein und Muschelkalk abwechseln, bringt mit seiner Sponti-Note neben der Würzigkeit auch rote Früchte besonders hervor.

Terroir Landschneckenkalk und Einzellage Ilbesheimer Kalmit
– Landschneckenkalk betont sowohl beim Weißen Burgunders als auch beim Riesling besonders die Mineralität.
– Bei den Lagenweinen (Riesling und Weißer Burgunder) aus der Lage Ilbesheimer Kalmit kommt noch mehr Kraft und Spannung hinzu. Für mich der beste Weiße Burgunder des Weinguts.

Neben den Weißen Burgundern und Rieslingen gibt es noch einen Kalkstein Terroir-Chardonnay aus dem neuen Stückfass. Hier wurde darauf geachtet, dass der Chardonnay noch Säure besitzt, die ihn zusammen mit dem süßlichen Schmelz des Holzeinflusses schon fast burgundisch wirken lässt.Pfirmann_4

Insgesamt eine sehr spannende, vielfältige Kollektion, der man die für die Südpfalz typische Alkoholwerte von 13-14% nicht anmerkt. Jeder Wein hat durch seine Individualität eine Daseinsberechtigung und sorgt durch die gut eingebundene Säure für Trinkfluss und einen langen Abgang. Auf jeder Qualitätsstufe bietet das Weingut dem Kunden hoffentlich auch weiterhin mit Preisen zwischen 5 bis 15€ ein wunderbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Weitere Informationen: http://www.weingut-pfirmann.de